Ehrenamtlich helfen, digitale Hürden zu überwinden: Info-Veranstaltung „Digitale Brücken bauen“ am 5. Februar 2026


Smartphone, Tablet, Online-Formulare oder digitale Behördengänge: Die Digitalisierung erleichtert vieles, stellt jedoch gerade ältere Menschen oft vor besondere Herausforderungen. Um genau hier zu unterstützen, sind in der Verbandsgemeinde Weißenthurm bereits drei Digitalbotschafterinnen aktiv. Der BürgerSTÜTZPUNKT+ der VG Weißenthurm, bei dem das Team angesiedelt ist, sucht weitere engagierte Interessierte mit Affinität zu Technik und Digitalem, die ihr Wissen weitergeben und andere im Umgang mit digitaler Technik begleiten möchte.

Wie wertvoll diese Aufgabe ist, weiß Josef Gilles, der sich bereits ehrenamtlich als Digitalbotschafter engagiert. Der pensionierte Elektroingenieur blickt auf 39 Jahre Berufserfahrung zurück und berichtet von einer prägenden Erfahrung im Kundenkontakt an einer Industriemaschine: „Der verärgerte Kunde wollte wissen, welcher „Ignorant diese Maschine programmiert hat“ und als ich nach kurzem Zögern zugab, dass ich das war, schluckte er und wir mussten beide herzlich lachen.“ Danach, so erinnert sich Gilles, hätten beide deutlich besser zusammengearbeitet. Diese Begegnung hat ihn nachhaltig geprägt: „Seitdem ist es mir ein besonderes Anliegen, Menschen bei der Bedienung elektronischer Geräte zu unterstützen“, betont er. Sein Credo: Technik soll für den Menschen da sein und nicht umgekehrt. Gerade im Alltag sei die Nutzung digitaler Geräte heute oft unvermeidlich. Gleichzeitig fehlen häufig vertraute Ansprechpartner: Verwandte leben weiter weg, Bekannte haben wenig Zeit, und jüngere Menschen können die Probleme Älterer nicht immer nachvollziehen. Genau hier setzt das Konzept der Digitalbotschafter an.

Das rheinland-pfälzische Ministerium für Arbeit, Soziales, Transformation und Digitalisierung hat das Projekt Digitalbotschafterinnen und Digitalbotschafter 2018 gestartet. Die entsprechende kostenlose Schulung vermittelt eine solide Basis, um mit dem eigenen vorhandenen Wissen anderen zu helfen. Ziel ist nicht, private Unterstützung zu ersetzen oder professionelle Angebote zu verdrängen, sondern eine niedrigschwellige, persönliche Hilfe anzubieten, etwa in offenen Sprechstunden, per Telefon oder E-Mail. „Das oft propagierte Konzept der selbsterklärenden Nutzung funktioniert in der Praxis meist nicht“, so Gilles. Es hänge stark von den eigenen Vorkenntnissen ab „und auch Bedienungsanleitungen sind über die Jahre nicht besser geworden.“ Eine Lösung könnten die Sprechstunden der Digitalbotschafter sein. Dort lassen sich konkrete Fragen klären und sich bei Bedarf weiterführende Unterstützung beispielsweise im häuslichen Umfeld ergeben. Gerade bei Smartphones spielen häufig persönliche Daten eine Rolle, weshalb Einzelgespräche und Diskretion besonders wichtig sind. „Nicht jeder Mensch möchte sich intensiv mit Digitaltechnik beschäftigen, das muss auch nicht sein“, betont Gilles. „Ich selbst habe nebenbei viele andere Interessen. Aber ich verfolge neue Entwicklungen gerne, um gute und verständliche Informationen weiterzugeben.“

Interessierte, die über ähnliche Erfahrungen wie Josef Gilles verfügen und ihre Kenntnisse sinnvoll einsetzen möchten, sind herzlich eingeladen, sich bei der Info-Veranstaltung „Digitale Brücken bauen“ über die Tätigkeit als Digitalbotschafterin oder Digitalbotschafter zu informieren und Teil dieses unterstützenden Netzwerks zu werden. Der Info-Abend findet statt am Donnerstag, 5. Februar 2025 um 17 Uhr in der Verbandsgemeindeverwaltung Weißenthurm, Kärlicher Straße 4 in 56575 Weißenthurm. Vor Ort werden neben Josef Gilles mit Karl-Heinz Krambeer und Ingo Neumann auch die beiden anderen aktiven Digitalbotschafter in der VG Weißenthurm sein. Um Anmeldung wird gebeten: