Die Sicherstellung der hausärztlichen Versorgung in der Region bleibt ein zentrales Anliegen der Verbandsgemeinde (VG) Weißenthurm. Ein weiteres Beispiel für eine nachhaltige Förderung zeigt sich in Urmitz / Rhein. Dort hat Dr. Monika Jaekel mit Unterstützung der Verwaltung zum 1. Januar 2026 die Hausarztpraxis von Luba Klassen übernommen. VG-Bürgermeister Thomas Przybylla stattete der neuen Hausärztin und ihrem Team in der frisch renovierten Praxis gemeinsam mit Kristina Uerz von der Wirtschaftsförderung und dem Urmitzer Ortsbürgermeister Norbert Bahl einen Besuch ab.
Es ist ein persönlicher Traum, den sich Monika Jaekel mit der Praxisübernahme erfüllt. Die gebürtige Stuttgarterin startete ihre medizinische Laufbahn nach dem Studium in der Chirurgie einer Klinik, absolvierte 2001 ihre Facharztausbildung zur Allgemeinmedizinerin in Andernach und wechselte in der Familiengründungsphase in die Arbeitsmedizin beim TÜV. Ihr Mann, den sie aus Studienzeiten in Bochum und Essen kennt, ist Krankenhausarzt. Um Familie und Beruf vereinbaren zu können, halfen die geregelten Arbeitszeiten. Die Erfahrungen in der Arbeitsmedizin hat Jaekel als Ergänzung erlebt, empfand die Tätigkeit aber nach acht Jahren als „zu wenig heilend“ und wechselte 2010, als die Kinder größer sind, zurück in die Allgemeinmedizin. Die erfahrene Ärztin praktizierte in Gemeinschaftspraxen in Mülheim-Kärlich, Kaltenengers und Mendig, bevor sich die Gelegenheit ergibt, die Hausarztpraxis in Urmitz von Luba Klassen zu übernehmen. „Selbständig sein wollte ich schon immer“, berichtet Jaekel. 2025 wagt sie es, kämpft mit allerlei bürokratischen Hürden. „Anfangs war der Weg holprig“, sagt sie. Die Unterstützung der VG Weißenthurm, die die Praxisübernahme mit 20.000 Euro fördert, hat die Medizinerin als ausgesprochen hilfreich erlebt: „Das ging alles problemlos, unkompliziert und schnell und war wirklich eine gute Starthilfe“, betont Jaekel. Die Fördersumme ist in die Renovierung der Praxisräume geflossen und es gibt ein neues, modernes Ultraschallgerät. Damit kann die Medizinerin nun die komplette hausärztliche Versorgung inklusive Hausbesuche anbieten. Mit der eigenen Praxis hat sich ihr Arbeitsalltag grundlegend gewandelt, sie trägt die alleinige Verantwortung für alle organisatorischen und medizinischen Abläufe. Diese Herausforderung nimmt Jaekel mit großem Engagement an: „Ich freue mich sehr, hier zu sein, das Erbe von Frau Klassen anzutreten.“ In Urmitz fühlt sich die neue Hausärztin gut aufgenommen und betont die Verbundenheit zu den Menschen vor Ort. „Ich lerne gerade die Patientinnen und Patienten kennen, alle sind freundlich und zugänglich“, freut sich Jaekel, deren Praxisteam zwei neue Mitarbeiterinnen verstärken, während zwei erfahrene Kräfte aus dem bisherigen Team weiterhin mit an Bord sind.
Vom gelungenen Neustart überzeugten sich nun auch die Vertreter der Kommunalpolitik. Dabei wurde deutlich, welch wichtige Rolle die gezielte Unterstützung der medizinischen Infrastruktur im ländlichen Raum spielt. „Die Sicherung der hausärztlichen Versorgung gehört zu den wichtigsten Zukunftsaufgaben der Verbandsgemeinde Weißenthurm“, sagte Bürgermeister Thomas Przybylla. Dass die Förderung schnell und unkompliziert greift und konkret zur Praxisübernahme beiträgt, zeige, dass die Verwaltung mit ihrem Ansatz auf dem richtigen Weg sei. „Monika Jaekel stärkt mit ihrem Schritt nachhaltig die medizinische Infrastruktur in der VG und in unserer Region“, betonte Przybylla und überreichte dem Team ein Wappen der VG Weißenthurm. Ortsbürgermeister Norbert Bahl betonte, dass die Übernahme der Hausarztpraxis ein großer Gewinn für Urmitz ist: „Eine wohnortnahe medizinische Versorgung ist für unsere Ortsgemeinde von zentraler Bedeutung, daher freuen wir uns sehr, dass Monika Jaekel sich bewusst für Urmitz entschieden hat und hier so engagiert wirkt.“ Das großformatige Foto der Urmitzer Rheinbrücke, das Bahl im Gepäck hatte, wird zukünftig das Wartezimmer der Praxis Jaekel verschönern.

