Kunst im Foyer: Anna Szóstak stellt „Zwischen Traum & Wirklichkeit“ im VG-Rathaus aus


Wenn barocke Anmut auf zeitgenössische Fragestellungen trifft und Tierfiguren, Märchen und Mythologie zu poetischen Sinnbildern verschmelzen, dann ist es die Bildwelt von Anna Szóstak. Im Rahmen der Reihe „Kunst im Foyer“ zeigt die Verbandsgemeinde Weißenthurm vom 26. Februar bis 26. März 2026 die Ausstellung „Zwischen Traum & Wirklichkeit“ im Foyer des VG-Rathauses.

Aufgewachsen ist Anna Szóstak sozusagen zwischen Farben und Pinseln in einer polnischen Kleinstadt. Beide Eltern malen leidenschaftlich, so dass Kunst schon früh selbstverständlicher Bestandteil von Anna Szóstaks Leben war. Diese frühe Prägung legte den Grundstein für ihren künstlerischen Weg, der sie zunächst zum Studium nach Krakau führte. Über eine Freundin mit Verbindungen nach Lahnstein wagte sie im Januar 2015 den Schritt nach Deutschland. „Geplant war nur ein kurzer Aufenthalt, am Ende bin ich geblieben und habe nach einem Jahr ein eigenes Tattoo-Studio mit angeschlossenem Atelier eröffnet“, berichtet die Künstlerin. Damals waren Tattoos noch eine Seltenheit. Die intensive Arbeit schärfte Szóstaks Gespür für Präzision, Licht und Schatten sowie für die feine Linie und war über viele Jahre ihr Hauptbetätigungsfeld. Als Corona ihre Arbeit unmöglich machte, orientierte sich die Künstlerin um: „Mit Ölfarben meines Vaters, die ich noch im Schrank hatte, fing ich wieder an zu malen, spürte, dass ich mich mit der Malerei nicht nur ernsthafter künstlerisch ausdrücken, sondern auch das erzählen kann, was ich will“, schildert Szóstak ihre künstlerische Selbstsuche. Zurück in der Ölmalerei fand die 40-Jährige ihre eigentliche Ausdrucksform: „Malen ist der einzige Weg, den ich gehen kann, es schenkt mir Frieden, es ist meine größte Leidenschaft und Therapie.“

Aus den Tätowierungen habe sie Inspirationen gewonnen, die sie nun auf die Leinwand bringen könne. Gleichzeitig findet die Malerin, die heute in Kettig lebt, in Märchen und Mythen Impulse. In Kombination mit der alten Technik der Ölmalerei möchte sie in der heutigen hektischen, digital geprägten Zeit einen Gegenpol setzen. „In den Märchen spielt Moral, Gut und Böse, Werte eine zentrale Rolle, das möchte ich transportieren“, sagt Szóstak, die mit internationalen Auktionshäusern zusammenarbeitet. Wichtig ist ihr, mit ihren Bildern Emotionen zu erzeugen, die dazu anregen, sich Gedanken zu machen. Ihr Wunsch ist, dass Menschen schöne Geschichten erzählen: „Ich möchte sie dazu inspirieren, die Schönheit in der Einfachheit zu sehen, dass sie in dieser schnelllebigen Welt für einen Moment innehalten, den Duft der Luft wahrnehmen, die Schönheit der Farben spüren und die kleinen, flüchtigen Schönheiten des Augenblicks entdecken“, betont die Künstlerin. So verbinden ihre Werke barocke Anmut mit Fragestellungen unserer Zeit. Tierfiguren, Märchenelemente und mythologische Motive verschmelzen zu symbolreichen Bildwelten, die Empathie, Sensibilität und innere Balance thematisieren. Die Gemälde eröffnen einen Raum des Innehaltens und laden dazu ein, die Kraft von Emotion, Vorstellung und innerer Harmonie neu zu entdecken. „Ziel ist, dass jede Person, die meine Bilder betrachtet, ihre ganz eigenen Gefühle entwickelt“, erklärt Szóstak, die auch realistische Auftragsarbeiten ausführt.

 

Die Ausstellung „Zwischen Traum & Wirklichkeit“ ist während der regulären Öffnungszeiten im Foyer des Rathauses der Verbandsgemeinde Weißenthurm zu besichtigen. Der Eintritt ist frei.

Weitere Informationen zu Anna Szóstaks Kunst finden sich unter www.annaszostak.art