Eine größere Gasleitung ist am Mittwochvormittag im Mülheim-Kärlicher Stadtzentrum beschädigt worden. Bei Bauarbeiten in der Kapellenstraße war ein Leck entstanden, aus dem Gas ausströmte. Um 10.37 Uhr erreichte die Freiwillige Feuerwehr der Verbandsgemeinde Weißenthurm die Alarmierung. Gemeinsam mit dem Energieversorger und dem Rettungsdienst wurden umgehend Sicherungsmaßnahmen eingeleitet, während der Bereich der Schadensstelle für den Verkehr weiträumig gesperrt wurde.
Binnen kürzester Zeit rückten zahlreiche Einsatzkräfte an, um die Lage im Kreuzungsbereich beim Alten Brauhaus zu sichern und die Bevölkerung zu schützen Die Fachkräfte der Energienetze Mittelrhein (enm), der Netzgesellschaft in der Unternehmensgruppe Energieversorgung Mittelrhein (evm-Gruppe), waren unmittelbar nach Eingang der Meldung vor Ort. Da eine provisorische Abdichtung der beschädigten Leitung zunächst nicht möglich war, sorgte die VG-Feuerwehr in enger Abstimmung mit der evm für eine Evakuierung. Im Einsatz waren die Feuerwehreinheiten Mülheim-Kärlich und Weißenthurm sowie der Umweltzug aus Weißenthurm. In einem Radius von jeweils 50 Meter rund um die Schadensstelle mussten knapp 50 Menschen aus der Kapellen-, der Bach-, der Koblenzer und der Ringstraße ihre Wohnungen verlassen. Fünf Personen konnten sich nicht selbstständig auf den Weg machen und wurden mittels Liegendtransport von den Einsatzkräften in Sicherheit gebracht. Die betroffenen Bürgerinnen und Bürger fanden in Absprache mit der Stadt Mülheim-Kärlich vorübergehend Aufnahme in der Rheinlandhalle, wo sie betreut und versorgt wurden. Neben rund 50 Feuerwehrkräften waren auch die Schnelleinsatzgruppe des DRK sowie der Organisatorische Leiter Rettungsdienst und der Leitende Notarzt mit insgesamt etwa 25 Kräften im Einsatz. Die Schadensstelle war weiträumig abgesperrt, es kam zu Verkehrsbehinderungen. „Solche Lagen verlangen ein ruhiges, koordiniertes und professionelles Vorgehen aller Beteiligten, dank der hervorragenden Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr, Rettungsdienst, Energieversorger und Verwaltung konnte die Situation jederzeit kontrolliert bewältigt werden,“ zog Wehrleiter Arnd Lenarz eine positive Bilanz des Einsatzes. Auch die Bürgerinnen und Bürger hätten sich kooperativ verhalten und zum reibungslosen Ablauf der Evakuierung beigetragen. Der Bürgermeister der VG Weißenthurm, Thomas Przybylla, machte sich am Einsatzort persönlich ein Bild von der Lage und dankte allen Beteiligten: „Mein besonderer Dank gilt den Einsatzkräften und den betroffenen Bürgerinnen und Bürgern, denn die Menschen haben die notwendigen Maßnahmen mit großer Ruhe und viel Verständnis mitgetragen, was den Einsatz erheblich erleichtert hat.“
Parallel zu den Evakuierungsmaßnahmen arbeitete die enm mit Hochdruck an der Schadensbehebung. Gegen 13.30 Uhr konnte die defekte Leitung erfolgreich repariert werden und war wieder dicht. Die Evakuierung wurde anschließend aufgehoben, die Feuerwehreinheiten stellten ihre Maßnahmen ein und brachten die Personen, die liegend transportiert werden mussten, wieder in ihre Wohnungen zurück.

