Erfolgreiche Großübung in Weißenthurm: Einsatzkräfte trainieren Massenanfall von Verletzten


Mit einer groß angelegten Einsatzübung in der Stadthalle Weißenthurm haben die Freiwillige Feuerwehr der Verbandsgemeinde Weißenthurm, der DRK-Rettungsdienst Rhein-Mosel-Eifel gGmbH sowie Einheiten des Katastrophenschutzes des Landkreises Mayen-Koblenz intensiv die Zusammenarbeit bei komplexen Schadenslagen trainiert.

Während einer Veranstaltung in der Stadthalle Weißenthurm entwickelt sich starker Rauch. In der Folge kommt es zu einer Massenpanik mit zahlreichen verletzten Personen innerhalb des Gebäudes. Das war das realitätsnahe Szenario der Großübung.  Insgesamt mussten rund 30 Verletzte versorgt werden, die realistisch geschminkte Mimen darstellten. An der Übung beteiligt waren rund 100 Einsatzkräfte der Feuerwehr sowie rund 80 Kräfte des Rettungsdienstes und der Schnelleinsatzgruppen des Katastrophenschutzes.

Das gesamte Einsatzgeschehen war von Beginn an bewusst so angelegt, dass sämtliche Führungsstufen durchlaufen werden mussten. Vom ersteintreffenden Staffelführer über die nachrückenden Zugführer bis hin zur Bildung mehrerer Einsatzabschnitte und dem späteren Einsatz der Führungsstaffel wurde der vollständige Führungsaufwuchs einer dynamischen Großschadenslage realitätsnah abgebildet. Im weiteren Verlauf arbeiteten die Einsatzkräfte in insgesamt vier Einsatzabschnitten. Parallel wurde der Abschnitt Gesundheit unter Einbindung des Organisatorischen Leiters Rettungsdienst sowie des Leitenden Notarztes aufgebaut.

Ein Schwerpunkt für die VG-Feuerwehr lag auf der Menschenrettung unter Atemschutz. Zahlreiche Atemschutzgeräteträger übten, unter Nullsichtbedingungen in das Gebäude zu gehen, um verletzte Personen aufzufinden und zu retten. Um die Belastung möglichst realitätsnah darzustellen, wurden zusätzlich akustische Reize, Lichteffekte und eine starke Verrauchung eingesetzt. Zur Sicherstellung der Einsatzlogistik kam unter anderem auch der Gerätewagen Atemschutz zum Einsatz, der zusätzliche Atemschutzgeräte bereitstellte. Für die Entrauchung des großflächigen Objekts setzten die Feuerwehrleute außerdem einen Großlüfter ein. Die rettungsdienstliche Versorgung der Verletzten übernahmen Auszubildende der DRK-Rettungsdienst Rhein-Mosel-Eifel gGmbH gemeinsam mit Kräften mehrerer Schnelleinsatzgruppen des Katastrophenschutzes des Landkreises Mayen-Koblenz. Im Anschluss an die Übung versorgte die Schnelleinsatzgruppe Verpflegung des Deutschen Roten Kreuzes alle Beteiligten.

VG-Bürgermeister Thomas Przybylla, Kreisbeigeordneter Jens Firmenich sowie der Geschäftsführer der DRK-Rettungsdienst Rhein-Mosel-Eifel gGmbH, Eberhard Steinhäuser, machten sich vor Ort ein Bild von der Übung. Przybylla betonte die Bedeutung solcher Übungen für die Sicherheit in der Verbandsgemeinde: „Eine leistungsfähige Gefahrenabwehr entsteht nicht erst im Einsatz, sondern durch konsequente Ausbildung, moderne Technik und regelmäßiges gemeinsames Training. Unsere Bürgerinnen und Bürger können sich darauf verlassen, dass Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz in der Verbandsgemeinde Weißenthurm professionell zusammenarbeiten.“ Sein Dank galt allen ehrenamtlichen Kräften sowie den Auszubildenden des Rettungsdienstes für ihr großes Engagement. Auch Wehrleiter Arnd Lenarz zog ein positives Fazit: „Die Übung hat gezeigt, dass unsere Einheiten sowohl taktisch als auch organisatorisch sehr gut auf anspruchsvolle Schadenslagen vorbereitet sind. Besonders erfreulich war die enge und reibungslose Zusammenarbeit aller beteiligten Organisationen.“ Zugleich sprach Lenarz dem Organisator der Übung, dem Wehrführer der Einheit Weißenthurm, Torsten Schnack, seinen besonderen Dank aus: „Eine Übung dieser Größenordnung erfordert enorme Vorbereitung und viel Detailarbeit. Torsten Schnack hat gemeinsam mit seinem Team ein sehr anspruchsvolles und realitätsnahes Szenario vorbereitet.“ Der stellvertretende Wehrleiter Marco Ihrlich, der im Übungsszenario die Funktion des Einsatzleiters übernahm, hob insbesondere die operative Führungsarbeit hervor: „Für uns war entscheidend, dass wir aus der laufenden Lage heraus alle Führungsstufen sauber aufbauen und weiterentwickeln mussten,  vom ersten Fahrzeug bis zur Führungsstaffel musste jede Ebene funktionieren.“ Parallel waren die Atemschutztrupps bei der Menschenrettung unter extrem anspruchsvollen Bedingungen gefordert. „Genau solche komplexen Lagen lassen sich nur durch realitätsnahe Übungen sinnvoll trainieren,“ betonte Ihrlich. Die Verantwortlichen aller beteiligten Organisationen zogen im Anschluss ein insgesamt positives Fazit. Die gewonnenen Erkenntnisse werden nun in die weitere Ausbildung und Einsatzplanung einfließen.