Gefühle sichtbar machen, Farben dort sprechen lassen, wo Worte oft nicht ausreichen ist das künstlerische Anliegen von Miriam Lehnertz. Unter dem Titel „More than just colors – Statt Worte: Farben, Formen, Pinselstriche als Ausdruck unterschiedlichster Gefühle“ lädt die Hobbykünstlerin aus Kaltenengers dazu ein, in ihre persönliche Gefühlswelt einzutauchen. Im Rahmen der Reihe „Kunst im Foyer“ sind ihre Werke bis 6. August 2026 im Foyer des Rathauses der Verbandsgemeinde Weißenthurm zu sehen.
In ihren Bildkompositionen verarbeitet die gelernte technische Zeichnerin Emotionen wie Trauer, Wut, Erkenntnis, Hoffnung und Freude. „Anfangs habe ich sehr genau gearbeitet, für mich war es eine Herausforderung, sich zu lösen“, schildert Lehnertz, die als studierte Maschinenbauerin im Wasser- und Schifffahrtsamt für Antriebstechnik zuständig ist. Bezüge zwischen dem technischen Beruf und ihrem künstlerischen Schaffen sieht die gebürtige Koblenzerin durchaus: „Perspektiven, Skizzen und Konstruktionen brauchen auch Kreativität, die allerdings an Vorgaben gebunden ist.“ In zahlreichen Kursen und Workshops, darunter Angeboten zu abstrakter Acrylmalerei von Ute Hofmann-Gil bei der Volkshochschule (vhs) der VG Weißenthurm sowie in der kontinuierlichen Auseinandersetzung mit neuen Techniken hat Miriam Lehnertz ihren ganz eigenen künstlerischen Ausdruck entwickelt. „Oft entstehen meine Bilder unbewusst aus einer Skizze heraus, während ich mit verschiedenen Materialien wie Strukturpaste oder Sand und den Farben experimentiere“, schildert die Künstlerin, deren Leidenschaft für die Malerei sie bereits seit ihrer Kindheit begleitet, als sie ihrem Vater bei dessen Skizzen und Kupferstichen über die Schulter schaute.
Heute ist sie selber Mutter eines 17jährigen Sohnes und einer 12jährigen Tochter und hat ihr künstlerisches Schaffen intensiviert, als der Nachwuchs größer war. Ihr vielseitiges Schaffen reicht von ausdrucksstarken Porträts über abstrakte Farbwelten bis hin zu experimentellen Strukturen und detailreichen Ortsansichten. Dabei kommen unterschiedlichste Materialien und Techniken wie Kohle, Acryl, Tusche, Aquarell sowie Krakelier- und Spachteltechniken zum Einsatz, die ihren Werken Tiefe und eine besondere Ausdruckskraft verleihen.
Neben der Verbindung von handwerklicher Präzision und künstlerischer Freiheit fließen in die Werke der 49Jährigen ihre Erfahrungen als Sterbe- und Trauerbegleiterin mit ein. „Meine Großmutter ist im Hospiz gestorben, hat sich dort geborgen, weil gut begleitet gefühlt, das hat mich so beeindruckt, dass ich selber tätig wurde“, schildert Lehnertz. Inzwischen ist sie ausgebildete Trauerbegleiterin und hat unter anderem die Phasen der Trauer zeichnerisch in Kohle dargestellt. Farbe ist immer dabei, „weil beides gehen kann und Trauer nicht nur schwarz-weiß ist.“ So sind die Werke von Miriam Lehnertz ihr Ventil im Alltag, Bilder, die erlebt werden wollen, die berühren, Raum für eigene Gedanken und Gefühle öffnen und lange nachwirken.
Die Ausstellung „More than just colors – Statt Worte: Farben, Formen, Pinselstriche als Ausdruck unterschiedlichster Gefühle“ ist während der Öffnungszeiten der Verbandsgemeindeverwaltung Weißenthurm im Foyer des Rathauses zu sehen. Interessierte sind herzlich eingeladen, die vielfältigen Arbeiten von Miriam Lehnertz zu entdecken und sich auf eine bewegende Reise durch Farben, Formen und Emotionen einzulassen.

