Demokratie lebt vom Mitmachen, vom Verstehen und vom Nachfragen. Wie funktioniert Politik eigentlich vor Ort? Wer entscheidet, was in einer Orts- oder Verbandsgemeinde passiert? Genau diesen und vielen weiteren Fragen gingen Achtklässlerinnen und Achtklässler der Realschule plus bei einem Besuch im Rathaus der Verbandsgemeinde Weißenthurm nach. An drei verschiedenen Tagen nahm sich VG- Bürgermeister Thomas Przybylla jeweils zwei Stunden Zeit, um mit den Jugendlichen ins Gespräch zu kommen. Vorbereitet hatten sich die Klassen auf die Hautnah-Einheit zur politischen Bildung bereits im Unterricht.
Es war eine muntere Fragerunde, die sich an den kurzen Einblick in die Struktur der Verbandsgemeinde Weißenthurm anschloss. Bürgermeister Thomas Przybylla hatte anschaulich erklärte, wie just im Ratssaal verschiedene Sitzungen ablaufen und Entscheidungen getroffen werden. Schnell wurde dabei deutlich: Kommunalpolitik ist näher am Alltag der Menschen, als viele zunächst vermuten. Entsprechend zeigten sich die die Schülerinnen und Schüler ebenso interessiert wie gut vorbereitet. Die Fragen waren vielfältig und reichten von persönlichen Themen wie Alter, Herkunft des Namens, dem Gehalt eines Bürgermeisters und den Beweggründen für sein politisches Engagement bis hin zu politischen Inhalten. So wollten die Jugendlichen unter anderem wissen, warum Przybylla der CDU angehört, wie er die aktuelle politische Lage einschätzt und welche Haltung er zur AfD einnimmt. Auch alltagsnahe Fragen zum geplanten Dirtpark in Weißenthurm, der Zukunft des Freizeitbades Tauris oder aber zur Preisentwicklung eines Döners griffen die Schülerinnen und Schüler auf. „Die Tatsache, dass Ihr alle Tablets ausleihen könnt und das Schulessen 2 Euro kostet, geht auf Entscheidungen hier im Ratssaal zurück“, machte der Verwaltungschef deutlich. Auch die Ausstattung der Feuerwehr und die Vorsorge für Katastrophen beschäftigte die jungen Gäste, die erfuhren, dass die Verwaltung insbesondere in die Bereiche Sicherheit und Prävention bereits sehr viel investiert hat. Auch der Klimaschutz und die Ausstattung der öffentlichen Gebäude mit Photovoltaik-Anlagen waren Thema. Als schwierigste Entscheidung bisher nannte Przybylla Maßnahmen zur Zeit der Corona-Pandemie.
An den so genannten Demokratietagen ging es dem VG-Bürgermeister jedoch um mehr als reine Wissensvermittlung. Der Herzblut-Politiker machte deutlich, was hinter demokratischen Prozessen steckt und wo Entscheidungen tatsächlich getroffen werden. Besonders eindringlich appellierte er an die Jugendlichen, kritisch zu bleiben, vor allem im Umgang mit sozialen Medien. „Jeder kann heute alles schreiben, was er will, daher nie den Kopf ausschalten“, betonte Przybylla mehrfach. Entscheidend sei, Informationen zu hinterfragen und zu prüfen, ob Inhalte wirklich stimmen. Er ermutigte die Schülerinnen und Schüler, Dinge nicht einfach als Wahrheit anzunehmen, Haltung zu zeigen und den Mut zu haben, die eigene Meinung zu vertreten. „Wichtig ist, dass Ihr klar macht, wenn etwas nicht inhaltlich nicht richtig ist“, sagte er. Demokratie, so sein Fazit, lebt vom Mitdenken und Mitmachen und beginnt bei jedem Einzelnen. Das Schulzentrum Mülheim-Kärlich legt großen Wert auf politische Bildung. „Wir freuen uns sehr, dass Bürgermeister Przybylla den Besuch im Rathaus möglich gemacht und sich Zeit für die Schülerinnen und Schüler genommen hat“, sagte der Rektor der Realschule plus, Gerhard Müller.

