Wenn heute Trinkwasser zuverlässig aus dem Hahn fließt, Abwasser sicher gereinigt wird und die technische Infrastruktur der Verbandsgemeinde Weißenthurm funktioniert, steckt dahinter die Arbeit vieler Menschen. Einer von ihnen prägt die Entwicklung der Verbandsgemeindewerke Weißenthurm seit 25 Jahren maßgeblich: Der heutige Werkleiter Markus Roth wurde nun im Rahmen einer Feierstunde für sein Dienstjubiläum geehrt.
Einen gewissen Draht zur Technik war dem gebürtigen Saarländer wohl in die Wiege gelegt. Nach der Mittleren Reife absolvierte Roth zunächst eine Ausbildung zum technischen Zeichner im Stahlbau. Danach entschied er sich für den Zivildienst, den er bei 1991 / 92 bei der AWO in Nonnweiler im mobilen sozialen Dienst leistete. Dort fuhr der damals 22-Jährige Mittagessen aus, versorgte ältere und psychisch erkrankte Menschen und unterstützte sie im Alltag. „Diese Zeit hat mich menschlich sehr geprägt, die Arbeit hat mir viel Freude bereitet und der Abschied ist mir damals wirklich schwergefallen“, erinnerte sich Roth. Doch es trieb ihn zurück zur technischen Wissenschaft: Nach dem Fachabitur studierte er Bauingenieurwesen in Trier, jobbte nebenbei als Kassierer bei Kaufhof. Nach fast 90 Bewerbungen, Absagen durchaus auch von seiner Seite und einer Einschreibung für Politik und Philosophie führte ihn der Berufseinstieg in ein Ingenieurbüro nach Mendig. Zwischen 1998 und 2002 war Roth dort nicht nur in allen Bereichen des Bauingenieurwesens tätig, sondern lernte auch seine heutige Frau kennen. Heute lebt die Familie mit drei Kindern noch immer in Mendig.
2002 folgte der Wechsel zu den Verbandsgemeindewerken Weißenthurm. Parallel zum Wechsel in die Verwaltung absolvierte der neue VG-Mitarbeiter einen berufsbegleitenden Studiengang Wirtschaftsingenieurswesen. „Dann ging alles recht schnell, 2004 stellvertretender technischer Werkleiter und Gewässerschutzbeauftragter, 2008 stellvertretender Werkleiter“, erinnerte sich Roth, der seit 2013 als Werkleiter an der Spitze der Verbandsgemeindewerke Weißenthurm steht und zugleich den Fachbereich 6 „Kommunale Betriebe“ leitet. In den vergangenen Jahren hat der Dienstjubilar zahlreiche Großprojekte verantwortet und die technische Infrastruktur der VG Weißenthurm entscheidend weiterentwickelt. So wurde die Kläranlage für rund 14 Millionen Euro umfassend modernisiert, das Transportnetz der Wasserversorgung auf einer Länge von rund 25 Kilometern erneuert, die Wasserkraftwerke grundlegend saniert und erhebliche Investitionen in die technische Ausstattung vorgenommen. „Zudem haben wir das Betriebsgebäude energieautark neu gebaut“, berichtet Roth, in dessen Fachbereich heute deutlich mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig sind als bei seinem Start in der VG. „Wir haben heute einen eigenen Tiefbaubereich, erweiterte Aufgaben rund um Grünschnitt und Gewässerunterhaltung, aber auch hinsichtlich Gebühren und Beiträge für Ausbau- und Erschließungsmaßnahmen“, erklärte er.
Mit Blick auf die Zukunft sieht der der 57-Jährige weiterhin große Herausforderungen. Im Bereich der Abwasserbeseitigung zählt zu den perspektivischen Vorhaben die Einführung einer vierten Reinigungsstufe der Kläranlage, die zukünftig auch Arzneimittel und Mikroplastik filtert. Ein weiterer Schwerpunkt in der VG Weißenthurm wird die systematische Kanalsanierung sein. Allein in den kommenden zehn Jahren sollen hierfür Investitionen von rund 30 Millionen Euro erfolgen. „Angesichts des Klimawandels wird die Wasserversorgung zunehmend anspruchsvoller, das macht die aktuelle Hitzewelle bereits deutlich“, so der Fachmann. Perspektivisch könnten zusätzliche Wasserlieferungen in Westerwald, Eifel oder Hunsrück erforderlich werden und damit auch ein Umbau des Wasserwerks Koblenz/Weißenthurm in den Fokus rücken. Ebenso gewinnen die Vorbereitung auf außergewöhnliche Schadenslagen und die Mitwirkung im Katastrophenschutz weiter an Bedeutung. „Ich hatte bei der VG immer vernünftige Chefs, kommunale Daseinsvorsorge ist nach wie vor eine spannende Aufgabe und es erfüllt mich mit Stolz, gemeinsam mit einem engagierten Team die Versorgung der Menschen in unserer Verbandsgemeinde sicherzustellen und die Infrastruktur für kommende Generationen weiterzuentwickeln,“ betonte Roth.
VG-Bürgermeister Thomas Przybylla dankte dem Jubilar im Rahmen einer kleinen Feierstunde für seinen langjährigen Einsatz und nannte Roth eine „verlässliche Stütze“ im Haus. „Mit großem Fachwissen und hoher Einsatzbereitschaft hat er als Vordenker die Ausrichtung der Verbandsgemeindewerke entscheidend mitgeprägt, “, betonte Przybylla. Auch der Personalrat gratulierte zum Dienstjubiläum und würdigte die vertrauensvolle Zusammenarbeit sowie Roths offenen und kollegialen Führungsstil.

