35 Jahre lang hat Helmut Bach die Geschichte der Verbandsgemeinde (VG) Weißenthurm nicht nur miterlebt, sondern aktiv mitgestaltet. Vom Auszubildenden im alten Rathaus in der Pielau bis zum erfahrenen Mitarbeiter der Straßenverkehrsbehörde blieb er der Verwaltung über mehr als drei Jahrzehnte hinweg treu. Nun verabschiedet sich der begeisterte Karnevalist und leidenschaftliche Fußballfan mit vielen Erinnerungen und mancher Anekdote in den Ruhestand.
Sein Fazit fällt eindeutig aus: „Es war eine tolle Zeit“, betont der gebürtige Kaltenengerser. Begonnen hatte alles am 1. Juli 1991, als der damals bereits 30-Jährige seine Ausbildung zum Verbandsgemeinde-Assistentenanwärter bei der VG Weißenthurm aufnahm. Zu diesem Zeitpunkt lagen bereits eine Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann sowie zehn Jahre als Zeitsoldat bei der Bundeswehr hinter ihm. Mit einem Schmunzeln erinnert er sich an seine Anfangszeit: „Es war schon lustig, als ich mit den jungen Azubis im Sitzungssaal im Kreis gelaufen bin, um die Unterlagen für die Ratsmitglieder zusammenzustellen.“ Auch seine Abschlussarbeit ist ihm bis heute im Gedächtnis geblieben. Der damalige Werkleiter bewertete sie mit einer Fünf. „Trotzdem bin ich Sachbearbeiter im Fachbereich 6 geworden“, erzählt Bach augenzwinkernd. Von 1994 bis 2008 war er im Fachbereich 6 „Kommunale Betriebe“ tätig. Nach seinem Wechsel in die Straßenverkehrsbehörde entwickelte sich eine enge kollegiale Beziehung zu Herbert Vogt. „Wir haben uns einfach gut verstanden, das hat gepasst“, sagt Bach. Solche persönlichen Beziehungen waren für ihn stets ein wichtiger Bestandteil der Arbeit. Im Juli 2012 übernahm Bach die Leitung des Teilbereichs Bürgerbüro. Als einziger Mann in einem Team mit drei Kolleginnen sei er dort „der Hahn im Korb“ gewesen. Wenn es nötig war, konnte er aber auch klare Kante zeigen, etwa wenn Besucher seinen Kolleginnen gegenüber unangemessen auftraten: „Da habe ich auch schon mal jemanden rausgeschmissen.“ 2015 kehrte er zur Straßenverkehrsbehörde zurück. Besonders die abwechslungsreiche Kombination aus Büroarbeit und Außendienst sagte ihm zu. Dank seiner langjährigen Erfahrung wusste er genau, worauf es ankam. Und auch dort kam der Humor nicht zu kurz: „Wir haben viel miteinander gelacht.“
Nicht nur beruflich, sondern auch gesellschaftlich war Bach in der Verbandsgemeinde stets präsent. Rund 20 Jahre lang stand er beim Karnevalsempfang hinter dem Zapfhahn und nahm gerne an gemeinsamen Veranstaltungen teil. Karneval ist ohnehin seine große Leidenschaft. So war der zweifache Vater im Jahr 2000 selbst Prinz Helmut II. vom Blau-Weißen Leder, Freiherr zur Alten Burg, in seinem Heimatort Ochtendung. Sein Prinzenname verweist zugleich auf seine zweite große Begeisterung: den Fußball. Als überzeugter Anhänger des FC Bayern München reist er mehrfach im Jahr in die bayerische Landeshauptstadt und besucht auch Spiele im Ausland.
Während seiner langen Dienstzeit erlebte Bach mehrere Generationen von Kolleginnen und Kollegen sowie zahlreiche Veränderungen innerhalb der Verwaltung. Eine besondere Anekdote: Der heutige Bürgermeister Thomas Przybylla war einst selbst sein Auszubildender. „Helmut Bach hat die Verbandsgemeinde über 35 Jahre mitgeprägt und dabei viele Veränderungen miterlebt“, würdigte Przybylla den langjährigen Mitarbeiter und dankte ihm für seinen Einsatz und sein Engagement. Auch Bachs Tochter ist inzwischen VG-Mitarbeitern: „Wir sind so etwas wie ein Familienbetrieb“, meinte Przybylla schmunzelnd. Zum Abschied erhielt Bach neben einer Dankesurkunde als beständige Erinnerung einen Dekanter mit zwei Weingläsern und einen Geschenkkorb zum gemeinsamen Genuss mit der Familie.
Nun beginnt für ihn ein neuer Lebensabschnitt mit mehr Zeit für Familie, Haus, Fußball und Karneval. Ganz ohne Wehmut fällt der Abschied nach 35 Jahren natürlich nicht: „Ich bin mit allem sehr zufrieden, ich habe mich hier immer wohlgefühlt.“ Gleichzeitig blickt der angehende Pensionär mit Vorfreude auf die kommende Zeit: Er sei auch „froh, dass ich gehen kann“. Mit IT und Künstlicher Intelligenz habe er sich zuletzt doch manchmal etwas schwergetan, fügt er mit einem Augenzwinkern hinzu. Für den neuen Lebensabschnitt wünschten ihm auch Büroleiter Tobias Krümpelmann und Christian Volk vom Personalrat alles Gute.

