Artenvielfalt beginnt vor der Haustür: Wildbienenvortrag mit reger Beteiligung


Wie vielfältig, faszinierend und zugleich schützenswert die Welt der Wildbienen ist, erfuhren zahlreiche Besucherinnen und Besucher beim Vortragsabend „Wildbienen in Natur und Garten – Beobachtung, Vielfalt, Faszination, Schutz“ in der Verbandsgemeinde Weißenthurm. Zum Weltbienentag war die Expertin Biggi Kaczmarek in den Ratssaal gekommen und bot im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Heimat entdecken – Zukunft gestalten“ viele Anregungen für den eigenen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt.

Referentin Biggi Kaczmarek steht seitlich neben dem Bildschirm mit der Präsentation ihres Vortrags.

In ihrem anschaulichen Vortrag vermittelte Biggi Kaczmarek fundierte Einblicke in die Lebensweise der Wildbienen und machte deutlich, welche wichtige Rolle die oft übersehenen Insekten für funktionierende Ökosysteme spielen. Als Bestäuber zahlreicher Wild- und Kulturpflanzen leisten sie einen unverzichtbaren Beitrag zur biologischen Vielfalt. Gleichzeitig sind viele Arten durch den Verlust geeigneter Lebensräume, den Einsatz von Pestiziden und die zunehmende Versiegelung von Flächen gefährdet. Anhand zahlreicher Beispiele zeigte die Referentin, wie unterschiedlich die Ansprüche der einzelnen Wildbienenarten an Nahrung, Nistplätze und Lebensräume sind.  Von den insgesamt 604 Arten, die meist in der Erde nisten und zum Teil winzig sind, ist nach Kaczmareks Angaben etwa die Hälfte bedroht.  „Wildbienen haben ein sehr friedliches Verhalten, sind faszinierende Spezialisten und zeigen uns sehr deutlich, wie eng Artenvielfalt und Lebensräume miteinander verbunden sind“, erklärte Kaczmarek. Zugleich gab sie praktische Hinweise, wie bereits mit einfachen Maßnahmen im eigenen Garten, auf dem Balkon oder im öffentlichen Grün Lebensräume geschaffen und erhalten werden können, etwa durch eine gezielte Pflanzenauswahl, naturnahe Strukturen oder geeignete Nisthilfen. „Oft können schon kleine Veränderungen im eigenen Umfeld einen wertvollen Beitrag leisten“, betonte die Referentin und empfahl, auf heimische Wildpflanzen zu setzen, die mit einem fortlaufenden Blütenübergang den größten Wert für Wildbienen haben. Da private Gärten eine ähnlich große Fläche wie Naturschutzräume hätten, sei es so wichtig, das heimische Grün insektenfreundlich zu gestalten. Kaczmareks Plädoyer: Wildbienen beobachten, sich faszinieren lassen und handeln.

Referentin Biggi Kaczmarek steht neben einem Info-Ständer, der auf ihren Vortrag hinweist.

Die Besucherinnen und Besucher verfolgten den Vortrag aufmerksam und nutzten die Gelegenheit, zahlreiche Fragen zu stellen und mit Biggi Kaczmarek ins Gespräch zu kommen. Besonders die praxisnahen Anregungen und die Möglichkeit, konkrete Maßnahmen für den Alltag mitzunehmen, fanden großen Zuspruch. So wies die Referentin darauf hin, dass Insektenhotels häufig wegen ihrer Bauart ungeeignet seien und plädierte für eine sorgfältige Auswahl.  „Wir freuen uns über den gelungenen Austausch rund um Artenvielfalt am Weltbienentag“, sagte VG-Touristikerin Lena Beck, Organisatorin der Reihe „Heimat entdecken – Zukunft gestalten“. Ziel der Veranstaltungsreihe sei es, zu zeigen, dass Klima- und Naturschutz nicht abstrakt sind, sondern direkt vor Ort beginnen. „Der Zuspruch zum Vortrag wie zu den anderen Formaten mache deutlich, dass insbesondere das Interesse an konkreten Handlungsmöglichkeiten in der VG Weißenthurm groß ist“, so Beck.

Die nächste Veranstaltung im Rahmen der Reihe „Heimat entdecken – Zukunft gestalten“ ist eine sommerliche Wanderung mit majestätischer Begleitung. Am 13. Juni 2026 lädt Gärtnermeister Andreas Anheier um 14 Uhr zur Entdeckung des Kirsch- und Steinobstanbaus auf den Kirschblüten-Panoramaweg in Mülheim-Kärlich. Kirschblütenkönigin Annemarie I. und die Kettiger Blütenkönigin Victoria I. werden die Wanderung begleiten.