Ein Berufsleben für die Menschen: Marc Schroedter geht in Pension


Rund 40 Jahre öffentlicher Dienst, zahlreiche Stationen und unzählige Begegnungen mit Bürgerinnen und Bürgern liegen hinter Marc Schroedter. Nun endet seine aktive Zeit bei der Verbandsgemeinde (VG) Weißenthurm. Bürgermeister Thomas Przybylla nahm dies zum Anlass, auf den beruflichen Weg des langjährigen Fachbereichsleiters zurückzublicken und ihm für sein Engagement zu danken.

Für Marc Schroedter stand schon früh fest, dass er einen Beruf ausüben wollte, in dem der Kontakt zu Menschen eine wichtige Rolle spielt. Nach dem Abitur in seiner Heimatstadt Neuwied verpflichtete er sich zunächst für zwei Jahre als Soldat auf Zeit bei der Bundeswehr. Im September 1986 begann er anschließend seinen Vorbereitungsdienst für den gehobenen nichttechnischen Dienst bei der Stadt Bonn. Besonders interessant fand Marc Schroedter damals die Arbeit im Sozialamt, weil ihn dort der Umgang mit Bürgerinnen und Bürgern begeisterte und er den manchmal auch schwierigen Kontakt und die damit verbundene „Action“ schätzte. Entsprechend war Marc Schroedter nach erfolgreichem Abschluss seiner Ausbildung im Bonner Sozialamt tätig. Doch das tägliche Pendeln wurde für den in Weißenthurm wohnenden Sachbearbeiter zunehmend unattraktiv. Als die Verbandsgemeinde Weißenthurm Anfang 1992 einen Mitarbeiter für die Sozialabteilung suchte, bewarb er sich und bekam die Stelle.

Eineinhalb Jahre nach dem Einstieg bei der VG wurde Marc Schroedter stellvertretender Leiter der damaligen Sozialabteilung. Von 2001 bis 2016 leitete er die Abteilung und übernahm anschließend die Leitung des Fachbereichs 3 Bildung und Soziales. Seit September 2019 stand er an der Spitze des Fachbereichs 2 Bürgerdienste. „Eine besondere Chance in meiner beruflichen Laufbahn war für mich die Möglichkeit, mich vor einigen Jahren im Rahmen einer mehrmonatigen Fortbildungsmaßnahme für den höheren Dienst zu qualifizieren, dafür bin ich dankbar“, sagte Verbandsgemeindeoberverwaltungsrat. Zu seinem persönlichen Fazit gehört auch Dankbarkeit für die Möglichkeit, seinen beruflichen Weg eigenständig und unabhängig gestalten zu können: „Ich durfte immer meine fachlichen Überzeugungen und meine Verantwortung gegenüber den Menschen in den Mittelpunkt stellen.“

Die erfahrene Führungskraft hat im Laufe der Zeit spürbare Veränderungen der Arbeit im Sozialbereich erlebt. „Die Probleme der Menschen sind im Grunde dieselben geblieben, aber das Anspruchsdenken ist deutlich gestiegen“, schilderte Marc Schroedter seine Erfahrungen. Gleichzeitig sei der Sozialbereich heute rechtlich deutlich stärker eingegrenzt. Während früher Menschen mit finanziellen Schwierigkeiten direkt zum Sozialamt kamen, sind die Zuständigkeiten heute stärker aufgeteilt: Arbeitsuchende wenden sich an das Jobcenter, Rentnerinnen und Rentner erhalten gegebenenfalls Leistungen der Grundsicherung durch das Sozialamt. „Die klassische Sozialhilfe betrifft dadurch heute nur noch einen vergleichsweise kleinen Teil der Kundinnen und Kunden“, sagte Marc Schroedter, der immer bemüht war, als persönlicher Ansprechpartner für die Bürgerinnen und Bürger zu fungieren.

Neben seiner beruflichen Laufbahn spielte auch der Sport für den angehenden Pensionär immer eine wichtige Rolle. In jüngeren Jahren war er intensiv als Volleyballer in Neuwied aktiv, später gehörten viele Jahre Laufen und Radfahren zu seinen großen Hobbys. Heute hat der Vater zweier Kinder, der am liebsten auf dem E-Book-Reader liest, den Golfsport für sich entdeckt.

Bürgermeister Thomas Przybylla würdigte bei der Verabschiedung insbesondere die jahrzehntelange Verbundenheit Marc Schroedters, dessen Sohn Mitarbeiter der kommunalen Jugendarbeit der VG ist, mit der Verwaltung: „In seinen vielen Jahren bei der Verbandsgemeinde hat er nicht nur enormes Fachwissen und große Erfahrung eingebracht, sondern vor allem immer den Menschen gesehen“, betonte Przybylla, der während seiner eigenen Ausbildungszeit bei der VG Weißenthurm unter Schroedters Leitung im Sozialamt eingesetzt war. Gerade in den Bereichen Soziales und Bürgerdienste brauche es neben Fachlichkeit auch Verständnis, Geduld und ein Gespür für die Anliegen der Menschen. „Dafür und für sein langjähriges Engagement möchte ich ihm herzlich danken“, sagte Przybylla und überreichte neben einer Dankurkunde einen Geschenkkorb und einen Dekanter mit zwei Weingläsern.

Auch der Personalrat fand anerkennende Worte für den langjährigen Kollegen: „Marc Schroedter war über viele Jahre eine feste Größe in unserer Verwaltung, seine offene und direkte Art, seine Hilfsbereitschaft und sein kollegiales Miteinander werden uns fehlen“, sagte Christian Volk. Für den neuen Lebensabschnitt wünschten ihm alle Gesundheit, viel Zeit für seine Familie und natürlich viele schöne Stunden auf dem Golfplatz.