Erneuter Vandalismus an der Römervilla: Erhalt historischer Bausubstanz wird mutwillig erschwert


Die Römervilla in Mülheim-Kärlich ist ein bedeutendes Zeugnis der regionalen Geschichte. Die Ruinen des Landguts aus dem 3. Jahrhundert nach Christus, die 1983 beim Bimsabbau entdeckt wurden, erlauben einen direkten Einblick in das antike Alltagsleben. Umso größer ist der Ärger über die erneuten mutwilligen Beschädigungen an der denkmalgeschützten Anlage. Erneut haben Unbekannte Teile des historischen Mauerwerks mutwillig beschädigt – und das nur wenige Jahre, nachdem die Stadt Mülheim-Kärlich bereits massive Beschädigungen mit großem Aufwand saniert musste.

2021 waren die Reste der Römervilla teilweise schwer zerstört worden, so dass eine umfassende Sanierung unumgänglich war, um das antike Mauerwerk zu erhalten. Für die umfangreichen Arbeiten musste die Stadt Mülheim-Kärlich insgesamt rund 78.000 Euro aufwenden. Die Verbandsgemeinde Weißenthurm hat die Stadt bei den aufwendigen Erhaltungsmaßnahmen mit 10.000 Euro unterstützt. Weitere, noch ausstehende Sanierungsarbeiten sollten in nächster Zeit angegangen werden. Die wiederholten Beschädigungen des einstigen Landguts, das bereits 1990er Jahren saniert worden war, bedeuten damit nicht nur einen erheblichen zusätzlichen Aufwand, sondern auch einen Rückschlag für die langfristige Sicherung des historischen Bauwerks.

Dass nun erneut Mauern mutwillig beschädigt wurden, sorgt bei der Stadt Mülheim-Kärlich und vielen Menschen vor Ort für großes Unverständnis und Verärgerung. Denn die Folgen solchen Vandalismus trägt am Ende die Allgemeinheit. Jede Beschädigung verursacht Kosten, die aus öffentlichen Mitteln bezahlt werden müssen und damit letztlich von den Bürgerinnen und Bürgern getragen werden. Geld, das für die Beseitigung mutwillig verursachter Schäden eingesetzt werden muss, fehlt für andere wichtige Aufgaben und für die weitere Sanierung und Aufwertung der Römervilla. „Es ist einfach unbegreiflich, wenn das, was mit viel Aufwand, Engagement und öffentlichen Geldern erhalten und für die Zukunft gesichert werden soll, mutwillig wieder beschädigt wird“, betont der Mülheim-Kärlicher Stadtbürgermeister Gerd Harner. Die Römervilla gehöre zur Geschichte der Stadt und ist ein Stück Kulturgut, das die Verwaltung für kommende Generationen bewahren will. „Es kann nicht sein, dass die Allgemeinheit immer wieder für die Folgen von Vandalismus bezahlen muss“, so Harner.

Die Stadt Mülheim-Kärlich und die VG Weißenthurm appellieren deshalb eindringlich an alle, verantwortungsbewusst und respektvoll mit den antiken Ruinen umzugehen. Das historische Bauwerk ist ein Stück Stadtgeschichte und ein Kulturgut, dessen Erhalt nur mit erheblichem finanziellen und organisatorischen Aufwand möglich ist. Umso unverständlicher ist es, wenn dieses Engagement durch mutwillige Zerstörung immer wieder zunichtegemacht wird.