Fusion als Technologie der Zukunft: Verwaltung zu Besuch bei Laserline


Die Energie der Zukunft könnte aus dem Laser kommen. Ein Stück dieser Zukunft entsteht in Mülheim-Kärlich. Was hinter der innovativen Technologie der Laserfusion steckt, erlebten der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Weißenthurm, Thomas Przybylla, und Wirtschaftsförderin Alina Kneip bei ihrem Besuch bei der Laserline GmbH, die kürzlich mit dem Bau einer weiteren Produktionshalle in der Fraunhofer Straße begonnen hat.

Seinen Ursprung hat das seit 2002 in Mülheim-Kärlich ansässige, familiengeführte Unternehmen in Koblenz, wo die Technologiepioniere Dr. Christoph Ullmann und Volker Krause den ersten direkten Diodenlaser konzipierten. Heute führen die beiden gemeinsam mit Dr. Claus Narr und Dr. Alexander Arndt das Unternehmen. Derzeit entwickelt und produziert Laserline mit rund 450 Beschäftigten individuelle Lasersysteme für seine Kunden, darunter spezifische Anwendungen für die Industrie. Statt Massenware entstehen im mehrfach erweiterten Unternehmen maßgeschneiderte, hochspezialisierte Lösungen, die von der Entwicklung bis zur Herstellung in Laserline-Hand bleiben und weltweit vertrieben und betreut werden. Gefertigt wird weiterhin in Deutschland.

Kernkompetenz des Betriebes sind leistungsfähige Diodenlaser mit blauer und infraroter Wellenlänge. Patentierte Pump-Dioden ermöglichen es, Laserstrahlen gezielt zu verstärken. Dieses Know-how bildet zugleich eine wichtige Grundlage für die Forschungs- und Entwicklungsarbeit im Bereich der Laserfusion. „Laserfusion klingt zunächst nach einer Science-Fiction-Technologie weit weg von unserem Alltag, umso beeindruckender ist es, wenn man direkt vor Ort erleben kann, welche Entwicklungsschritte dafür notwendig sind und welches technische Know-how dahintersteckt“, zeigte sich VG-Bürgermeister Thomas Przybylla spürbar fasziniert und fügte hinzu: „Dass ein Unternehmen aus unserer Verbandsgemeinde an einer Technologie arbeitet, die langfristig völlig neue Möglichkeiten für die Energiegewinnung eröffnen könnte, ist etwas, worauf wir durchaus stolz sein können.“

Das langfristige Ziel der Laserfusion ist die kontrollierte Verschmelzung von Atomkernen, um Energie zu gewinnen. Im Unterschied zur klassischen Kernspaltung entstehen keine direkten CO₂-Emissionen und voraussichtlich deutlich weniger langlebige hochradioaktive Abfälle als bei der Kernspaltung. Bis daraus tatsächlich eine nutzbare Energieversorgung entstehen kann, ist es allerdings noch ein weiter Weg. Laserline leistet mit seiner Lasertechnologie einen wichtigen Beitrag zu den technischen Grundlagen, die für diese Entwicklung benötigt werden.

Laserline-Geschäftsführer Dr. Arndt erläuterte den Gästen aus der Verwaltung anschaulich die technischen Zusammenhänge und gab Einblicke in die anspruchsvollen Entwicklungsprozesse. „Wenn wir über Laserfusion sprechen, geht es um eine Vision, die heute noch weit in der Zukunft liegt, aber genau solche Visionen treiben technische Entwicklung voran,“ betonte Dr. Arndt. Das Unternehmen wolle mit seiner Lasertechnologie dazu beitragen, dass „aus der Idee einer sauberen und praktisch nutzbaren Energiegewinnung durch Fusion eines Tages Realität werden kann.“ Bei einer Führung erläuterte der Geschäftsführer den Gästen aus der Verwaltung Details zu den einzelnen Bestandteilen und deren Zusammenspiel im Zusammenhang mit der Laserfusion. „Der Besuch hat eindrucksvoll gezeigt, wie viel Forschung, Entwicklung und hoch spezialisiertes Wissen hinter dieser Technologie steckt,“ sagte Alina Kneip. Gleichzeitig zeigte sich die Wirtschaftsförderin erfreut über das Wachstum bei Laserline, das auch bei den Menschen vor Ort ankommt: „50 bis 80 neue Arbeitsplätze, die in den kommenden Jahren bei entsprechender wirtschaftlicher Entwicklung entstehen können, sind eine tolle Perspektive für die VG Weißenthurm.“

Im kommenden Jahr feiert Laserline sein 30-jähriges Bestehen. Aus einem familiengeführten Unternehmen hat sich in drei Jahrzehnten ein international tätiger Spezialist für industrielle Lasertechnik entwickelt mit einer klaren Verbindung zum Standort und dem Anspruch, innovative Technologien „Made in Germany“ weltweit einzusetzen. Und der Blick geht vor allem nach vorn: Mit der Laserfusion arbeitet das Unternehmen an einer Technologie, die langfristig einen Beitrag zur Energieversorgung der Zukunft leisten könnte. Was heute noch nach Zukunftsmusik klingt, wird in Mülheim-Kärlich bereits erforscht und entwickelt.