Ein nächtlicher Wohnungsbrand hat in der Nacht auf Donnerstag für einen hochdramatischen Großeinsatz mit zahlreichen Menschenrettungen der Freiwilligen Feuerwehr der Verbandsgemeinde Weißenthurm gesorgt. Kurz nach Mitternacht erreichte die ehrenamtlichen Brandschützer die Meldung eines Wohnungsbrandes mit Menschenrettung in der Weißenthurmer Lindenstraße. Die Einheiten aus Weißenthurm und Mülheim-Kärlich waren sofort im Einsatz.
Beim Eintreffen Einsatzkräfte drang bereits dichter Rauch aus dem Sechsfamilienhaus. Das Treppenhaus war vollständig verraucht und für die Bewohnerinnen und Bewohner nicht mehr passierbar. „Die Wohnung, in der der Brand ausgebrochen ist, stand im Vollbrand und die Etagentür stand offen“, schilderte Wehrleiter Arnd Lenarz die äußerst kritische und dynamische Einsatzlage. Unter Atemschutz leiteten die Einsatzkräfte umgehend die Menschenrettung ein. „Das war natürlich unser Hauptaugenmerk“, sagte Lenarz. Bereits direkt im Eingangsbereich des Hauses war die Hitze so stark, dass sich der Putz von der Wand löste. Im ersten Obergeschoss fanden die Feuerwehrleute eine bewusstlose Person hinter der Wohnungstür. Eine weitere Person wurde im Dachgeschoss im Treppenraum unmittelbar vor ihrer Wohnungstür aufgefunden. Aufgrund ihres kritischen Zustandes mussten beide Personen noch an der Einsatzstelle reanimiert werden. Nach der notfallmedizinischen Versorgung wurden beide Patienten, die sich in einem lebensbedrohlichen Zustand befanden, in Krankenhäuser nach Koblenz und Andernach transportiert. Eine der beiden Personen musste aufgrund der Schwere ihrer Verletzungen noch in der Nacht in eine Spezialklinik in Nordrhein-Westfalen verlegt werden. Ihr Zustand wird als maximal kritisch beschrieben. „Das Einatmen der heißen Rauchgase verursacht die Verletzungen, daher ist immer unsere dringende Empfehlung, im Brandfall möglichst alle Türen zu schließen“, appellierte Lenarz eindringlich.
Insgesamt befanden sich neun Personen in dem Mehrfamilienhaus. Drei davon rettete die VG-Feuerwehr mit der Drehleiter, eine mit der Steckleiter. „Dank der Bauart der Drehleiter, die einen Knick hat, konnten wir eine Person über das Dach in Sicherheit bringen“, berichtete der Wehrleiter. Sechs weitere Personen konnten das Brandhaus unverletzt verlassen und benötigten keine weitere medizinische Versorgung. Fünf von ihnen fanden noch in der Nacht Unterkunft bei Freunden oder Bekannten. Für eine betroffene Person organisierte die Vg Weißenthurm eine Übernachtungsmöglichkeit.
Parallel zu den Rettungsmaßnahmen bekämpften weitere Einsatzkräfte den Brand und verhinderten eine Ausbreitung. Nach Abschluss der Löscharbeiten wurde das Gebäude belüftet und auf weitere Personen sowie mögliche Brandnester kontrolliert. Das Haus ist unbewohnbar, die Polizei hat das Gebäude versiegelt. „Die Brandursache ist noch unklar“, sagte Brandermittler Michael Zimmermann von der Kriminalpolizei Koblenz. Den Brandschaden schätzt die Feuerwehr auf mindestens 500.000 Euro.
Der Einsatz stellte alle beteiligten Kräfte vor eine außergewöhnlich herausfordernde Lage. „Dass mehrere Personen aus dem stark verrauchten Gebäude gerettet werden konnten, ist dem schnellen, professionellen und engagierten Vorgehen aller Kräfte zu verdanken“, unterstrich Arnd Lenarz. Auch VG-Bürgermeister Thomas Przybylla, der sich noch in der Nacht vor Ort ein Bild von der Lage machte, zeigte sich tief betroffen: „Dieser Einsatz hat uns allen vor Augen geführt, wie schnell Menschen in Lebensgefahr geraten können. Mein Dank gilt den Einsatzkräften von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei, die unter schwierigsten Bedingungen hervorragende Arbeit geleistet haben,“ betonte er und fügte hinzu: „Unsere Gedanken sind bei den verletzten Personen und ihren Angehörigen.“

