Die Seniorenarbeit in der Verbandsgemeinde (VG) Weißenthurm ist organisatorisch neu aufgestellt worden. Darüber informierte die Verwaltung den Seniorenbeirat in seiner jüngsten Sitzung. Darüber hinaus beschäftigten sich die Mitglieder des Gremiums mit einem Thema, das zunehmend auch im Alltag älterer Menschen eine Rolle spielt: der Künstlichen Intelligenz.
Ursprünglich war die Seniorenarbeit organisatorisch im damaligen Fachbereich 3, der heute für Jugend, Familie und Bildung zuständig ist, angesiedelt. Nach der Neustrukturierung des Fachbereichs erhielt der Fachbereich 2, Bürgerdienste, die Zuständigkeit für Seniorenarbeit. Parallel dazu baute die Verwaltung seit 2020 den BürgerSTÜTZPUNKT+ als eigenständige Struktur innerhalb der Verbandsgemeinde auf. Zu dessen Aufgaben gehört ebenfalls die Arbeit mit und für ältere Menschen. „Heute gibt es in allen Städten und Ortsgemeinden der VG eine Ansprechpartnerin und damit Nähe zu den Seniorinnen und Senioren“, erklärte Fachbereichsleiter Sven Normann. Um Doppelstrukturen zu vermeiden und die Zuständigkeiten klarer abzugrenzen, ist die Seniorenarbeit zum 1. Juli 2026 daher wieder in den Fachbereich 3 übergegangen. Die Verwaltungstätigkeiten übernimmt seitdem Nina Vogt in Zusammenarbeit mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des BürgerSTÜTZPUNKT+. Beiratsvorsitzender Hajo Reif dankte ausdrücklich der bisher in der Verwaltung zuständigen Mitarbeiterin Renate Schumann mit Fachbereichsleiter Marc Schroedter und sprach von einer guten und vertrauensvollen Zusammenarbeit, die sicher auch in der neuen Organisationsstruktur fortgesetzt werde.
Ein weiterer Schwerpunkt der Sitzung unter der Leitung des Beiratsvorsitzenden Hajo Reif war das Thema „Künstliche Intelligenz“. Jörg Eisbach, Dozent der Volkshochschule (vhs) der VG Weißenthurm, nahm die Mitglieder des Seniorenbeirats, den 1. Beigeordneten Winfried F. Erbar, den Beigeordneten Karl Mannheim und Stephan Schuth sowie Gemeindeschwesterplus Andrea Föhrmann mit in eine zunehmend digitale Lebenswelt. Er zeigte auf, wo KI bereits im Alltag der Generation 60+ begegnet, beispielsweise bei Suchmaschinen, Navigationssystemen, Sprachassistenten, Übersetzungsprogrammen, oder der Erstellung und Bearbeitung von Texten und Bildern. Auch der Einsatz in der Medizin, beispielsweise bei der Erstellung von Diagnosen oder der Überprüfung von Medikamentengaben war Thema. Der KI-Berater beleuchtete die Frage, wie KI sinnvoll und mit möglichst wenig Berührungsängsten genutzt werden kann. Eisbach erläuterte zudem, welche Grenzen die Technologie hat und warum ein kritischer Blick auf KI-generierte Informationen wichtig bleibt und machte deutlich, dass Antworten von Programmen wie ChatGPT oder Gemini nicht automatisch richtig sein müssen. Sein Appell: Persönliche Daten sollten nicht unbedacht eingegeben werden. „KI unterstützt, ist aber kein Ersatz für den eigenen Verstand“, warnte Eisbach und wies eindringlich auf mögliche Risiken wie manipulierte Bilder und Videos, falsche Informationen oder betrügerische Inhalte hin.
Die Mitglieder des Seniorenbeirats nutzten die Gelegenheit, Fragen zu stellen und einzelne Aspekte des Vortrags zu vertiefen. Dabei ging es unter anderem darum, wie man KI im eigenen Alltag konkret einsetzen kann, wie verlässlich die Antworten sind und woran sich erkennen lässt, ob Inhalte tatsächlich von einer KI erstellt wurden. Auch die Frage nach dem Schutz persönlicher Daten und dem sicheren Umgang mit neuen Anwendungen wurde aufgegriffen. Der offene Austausch machte deutlich, dass das Thema viele ältere Menschen beschäftigt.
Wer Interesse an Unterstützung in digitalen Themen hat, kann sich an die Digitalbotschafter wenden, die in der VG Weißenthurm ehrenamtlich tätig sind. In Bassenheim ist Josef Gilles jeden 1. Montag im Monat von 10 bis 11:30 Uhr im Rathaus erreichbar, in Mülheim-Kärlich steht Ingo Neumann dienstags von 13:30 bis 15:30 Uhr ebenfalls im Rathaus zur Verfügung und in Weißenthurm berät Karl-Hein Krambeer montags von 11 bis 13 Uhr im Haus der Begegnung. Bei der Volkshochschule (vhs) der VG Weißenthurm startet am 8. Oktober ein Kurs „Digitale Welt für Senior*innen 60+ Einstieg und Begleitung. Weitere Informationen gibt es unter www.vhs-weissenthurm.de

