Informationen zu Starkregenereignissen und Hochwasser


Die Flutkatastrophe im Ahrtal hat es auf schockierende Weise gezeigt: Wetterextreme können heute fast jeden treffen. Davor warnte der Deutsche Wetterdienst zuletzt im vergangenen September. So war laut Statistik der Behörde zwischen 2001 und 2019 fast jeder Ort in Deutschland von einem Starkregenereignis betroffen. Die Experten gehen davon aus, dass Extremereignisse als Folge des Klimawandels zukünftig vermehrt auftreten werden und empfehlen, den Katastrophen- und Bevölkerungsschutz entsprechend anzupassen. Vier Kommunen in der Verbandsgemeinde (VG) Weißenthurm haben bereits 2017 ein Konzept für Hochwasserschutz erstellt. Seit Ende 2018 stehen zudem Starkregenereignisse im Fokus, auf die die Vorsorge ausgeweitet werden soll. Nach einer Corona-bedingten Unterbrechung kann dieser Prozess jetzt fortgesetzt werden.

Für die am Rhein gelegene Stadt Weißenthurm, für die rheinnahen Gewerbegebiete der Stadt Mülheim-Kärlich und die „Rheindörfer“ Kaltenengers, Sankt Sebastian und Urmitz liegen schon seit drei Jahren Schutzkonzepte vor, mit deren Hilfe Hochwasser-Schäden vermieden werden sollen. Um die Risiken und die Schäden, die durch Starkregen entstehen, zu minimieren, erarbeiten die Stadt Mülheim-Kärlich und die Ortsgemeinden Bassenheim und Kettig derzeit ein Vorsorgekonzept. Aufgrund der spezifischen Geländesituation wird in diesen Gemeinden die Neigung zu Sturzfluten in der jeweiligen Ortslage begünstigt. Unterstützt werden die Kommunen vom Informations- und Beratungszentrum Hochwasservorsorge Rheinland-Pfalz (IBH) und dem Kompetenzzentrum Hochwasservorsorge und Hochwasserrisikomanagement (KHH) unter finanzieller Förderung des Landes.

Der Deutsche Wetterdienst spricht von Starkregen, wenn innerhalb kurzer Zeit lokal begrenzt große Niederschlagsmengen gemessen werden. Das Wetterextrem kann überall auftreten und zu schnell ansteigenden Wasserständen, aber auch zu Überschwemmungen führen. Häufig geht Starkregen auch mit Bodenerosion einher. Erhebliche Schäden können die Folge sein. Anders als Hochwasser ist das Risiko von Starkregenereignissen schwer vorherzusagen und tritt für die Betroffenen meist überraschend ein. Das Vorsorgekonzept der drei Kommunen zielt daher darauf, mit gut umsetzbaren, an die örtlichen Gegebenheiten angepassten Maßnahmen Schäden zu vermeiden. Dazu hat das beauftragte Fachbüro Boettcher zunächst die Starkregenrisiken für Mülheim-Kärlich, Bassenheim und Kettig analysiert. Um auf dieser Grundlage das Konzept nun passgenau für die jeweilige Kommune erstellen zu können, werden die jeweiligen Orts- bzw. der Stadtbürgermeister in Kürze mit den örtlichen Feuerwehreinheiten bei einer Ortsbegehung die derzeitige Situation prüfen.

Wenn die darauf basierenden Auswertungen und erste Ansätze eines Konzeptes vorliegen, ist ein Workshop zur Starkregenvorsorge geplant, an dem sich auch interessierte Bürgerinnen und Bürger beteiligen können.

Konkret soll das Vorsorgekonzept gegen Starkregen bereits die Bauleitplanung mit einbeziehen, so dass in den Flächennutzungs- und Bebauungsplänen Auswirkungen von Starkregen berücksichtigt werden. Zudem geht es um Maßnahmen gegen Wasser, das an Hanglagen dem natürlichen Gefälle folgend auf darunter liegende Flächen abfließt und gezielt abgeleitet werden kann. Ein weiteres Ziel des Konzeptes ist die Entlastung der Kanalisation in den Orten, um Überflutungen aus der Entwässerung zu vermeiden. Auch die Risiken von über die Ufer tretenden Bächen sollen gemindert werden. Schließlich können Gebäude mit unterschiedlichen Maßnahmen vor Starkregen geschützt werden.

Weitere Informationen zur Hochwasservorsorge finde Sie beim Informations- und Beratungszentrum Hochwasservorsorge (IBH)